Bedeutung von Hoax

Datenstrom

Im Vergleich zu vielen anderen Dingen, die durch das Netz geistern, ist ein Hoax relativ harmlos. Allgemein gesagt handelt es sich um eine falsche Information, die verbreitet wird. Das kann auch die digitale Variante einer Zeitungsente sein oder ein bewusst in die Welt gesetzter Scherz, ob nun am ersten April oder einem anderen Tag. Am häufigsten tritt der Hoax aber in Form einer E-Mail auf, die den Empfänger auffordert, sie an möglichst viele Freunde und Bekannte weiterzuleiten.

Im Gegensatz zu Viren oder Trojanern verursacht ein Hoax auf den ersten Blick also keinen direkten Schaden. Das Problem, das sie verursachen, wird erst dann deutlich, wenn man einen Schritt zurückmacht und die gesamte Situation betrachtet. Ein erschreckend großer Teil des weltweiten Verkehrs besteht heute aus Spam oder anderen ungewollten Nachrichten. Das frisst natürlich auch erhebliche Ressourcen, die an anderer Stelle knapp werden können. Da hilft es nicht, wenn Privatleute sich noch daran beteiligen und unerwünschte Nachrichten an ihre Kontakte verschicken.

Darüber hinaus kann davon ausgegangen werden, dass auf diesem Wege einiges an Zeit verschwendet wird. Gerade wenn Angestellte ihre Mails während der Arbeitszeit abrufen, kann ein Hoax, der durch ein Unternehmen geschickt wird, durchaus einiges an Zeit kosten. Schließlich wird eine Spammail wesentlich schneller ungelesen gelöscht, wenn sie klar als solche erkannt wird. Handelt es sich allerdings anscheinend um eine wichtige Mitteilung eines Freundes, kostet es schon etwas mehr Zeit, sie zu lesen und richtig einzuschätzen.

Einer der ersten und bekanntesten Hoaxes war der sogenannte Good-Times-Hoax, der Mitte der 90er Jahre zum ersten Mal in Umlauf gebracht wurde und vor einem Virus warnte, der via Mail verbreitet werden sollte. Es bestand damals allerdings keine Gefahr, da Viren erst Jahre später anfingen, sich per Mail fortzupflanzen. Obwohl es also keine reelle Gefahr gab, verbreitete sich die Falschmeldung so rasant, dass die Warnungen auch in seriösen Medien zu finden waren, die sie nahezu ungeprüft weiterverbreiteten.

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